DKV Deutsche Krankenversicherung AG
Suche
Service DKV-Residenz in der Contrescarpe – Unbeschwert Leben
  • Diese Seite ausdrucken

Herzinsuffiziens

Ein insuffizientes Herz schafft es nicht mehr, genug Blut durch den Körper zu pumpen. Bluthochdruck ist in rund der Hälfte der Fälle die Ursache.

Die Herzinsuffizienz kann je nach Ausprägung und betroffener Herzkammer (entweder linke, rechte oder beide Herzkammern) mit unterschiedlichsten Symptomen einhergehen: Atembeschwerden, nächtlicher Husten, bläulich angelaufene Lippen und Finger, Leistungsminderung und Wasseransammlungen z.B. an den Knöcheln, Fußrücken und in der Bauchhöhle. Alle diese Symptome können letztlich die Folge der stetig zunehmenden oder plötzlich auftretenden Pumpschwäche des Herzens sein.

Schwache Muskeln und Atemnot  
Ein schwaches Herz kann nicht mehr pumpen. Bei Linksherzinsuffizienz staut sich das Blut in die Lunge zurück, führt dort zu Ansammlung von Flüssigkeit und äußert sich in Atembeschwerden und nächtlichem Husten. In fortgeschrittenem Stadium wird auch der Gesamtorganismus nicht ausreichend versorgt und es kommt zu allgemeiner Leistungsminderung und zerebralen Funktionsstörungen, besonders bei älteren Menschen. Bei Rechtsherzinsuffizienz staut sich das Blut in die Körperorgane, vor allem Leber und Milz und Extremitäten zurück und führt zu Organvergrößerungen bzw. Wasseransammlungen (Ödeme) in diesen Körperpartien. Ist das Herz auf beiden Seiten pumpschwach (Globalinsuffizienz), treten alle der oben genannten Symptome auf, außerdem auch noch vermehrtes nächtliches Wasserlassen oder Herzrhythmusstörungen.

Circulus vitiosus oder "Teufelskreis"
Der Körper versucht zunächst selbst, die Herzinsuffizienz zu kompensieren, indem er die Pumpleistung des Herzens pro Minute steigert oder den Widerstand der Gefäße erniedrigt, damit das Herz weniger Kraft aufbringen muss.

Reizaufnehmende Zellen der Nierengefäße registrieren, dass die Menge an Blut, welche pro Minute durch das Herz gepumpt wird, geringer ist als normal. Sie aktivieren einen komplexen hormonellen Regelkreislauf, das RAA-System (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System). Unter dem Einfluss der Hormone erhöht sich der Blutdruck und mehr Flüssigkeit tritt in die Gefäße, so dass es zu einer kurzfristigen Zunahme des Blutminutenvolumens kommt. Nach kurzer Zeit mündet das allerdings in eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz, da das Herz noch mehr Kraft aufbringen muss, um das erhöhte Blutvolumen durch den Körper zu pumpen.

Schafft das Herz es nicht mehr, das notwendige Blutvolumen (in Ruhe ca. 5 Liter pro Minute) umzuwälzen, vergrößert sich im Laufe der Zeit, die Menge an Blut, welche zwischen den Pumpaktionen des Herzens in der Herzkammer verbleibt. Es kommt zu einer Volumenbelastung der Herzkammer, sie vergrößert sich. Auf das zusätzliche Volumen reagiert das Herz außerdem mit Muskelwachstum. Ab einer kritischen Größe von 500 Gramm Herzgewicht droht eine Unterversorgung der Herzmuskulatur mit fortschreitender Verschlechterung der Herzinsuffizienz.

Die lebensbedrohlichen Komplikationen der Herzinsuffizienz sind: Herzrhythmusstörungen, Herzversagen und Lungenembolien (verschleppte Thrombose, entstanden durch verlangsamten Blutfluss).

Viele Ursachen für das gleiche Syndrom
Die Herzinsuffizienz ist eine Folgeerkrankung von sowohl akuten sowie chronischen Herzkrankheiten. Eine akute Herzinsuffizienz entwickelt sich innerhalb von Stunden bzw. Tagen und ist meist Folge von Herzinfarkten, Herzmuskelentzündungen oder Herzklappenfehlern. Auch durch Verletzungen des Herzens (z.B. nach Unfällen) mit Einblutungen in den Herzbeutel, kommt es zu Behinderungen der Pumpleistung des Herzens.

Die chronische Herzinsuffizienz entwickelt sich meist innerhalb von Monaten bzw. Jahren. Ursachen für die chronische Herzinsuffizienz sind in 90 Prozent der Fälle die Hypertonie, danach folgt die koronare Herzkrankheit und der Herzinfarkt, zusätzlich gibt es seltenere, manchmal angeborene, Ursachen.

Diagnose des schwachen Herzens
Zur Diagnose der Herzinsuffizienz werden unterschiedliche Verfahren angewandt:
  • Diagnose alleine anhand von Symptomen
  • Elektrokardiogramm (EKG) und Belastungs EKG: Darstellung der elektrischen Aktivität und Erregungsausbreitung des Herzens. Hier können auch Herzmuskelvergrößerungen und Sauerstoffunterversorgungen, besonders unter Belastung festgestellt, werden.
  • Echokardiogramm: Ultraschallverfahren, mit dem man die Größe der Herzhöhlen, der Herzwand und das Herzminutenvolumen bestimmen kann.
  • Röntgen des Brustkorbs: Die spezifischen Zeichen, der Herzinsuffizienz lassen sich im Röntgen oft gut beurteilen. Dazu gehören: Größenzunahme der Herzens, Lungenödeme und betonte oder vergrößerte Gefäße.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Verfahren mit dem man mittels Magnetfeldern die Größe der Herzhöhlen, des Herzens und der Koronararterien bestimmen kann.
  • Herzkatheteruntersuchung: Messung des Druckes in den Herzhöhlen, des Herzminutenvolumens und der Pumpkraft.

Nach der NYHA (New York Heart Association) wird die Herzinsuffizienz je nach Beschwerden in Stadien von I-IV (der Schwere nach ansteigend) eingeteilt: Stadium I steht für Beschwerdefreiheit unter normaler körperlicher Belastbarkeit, Stadium IV steht für Beschwerden schon im Ruhezustand.

Therapie: Entwässern, Herz stärken, Bewegen!
Die Therapie soll zuerst kausal erfolgen, d.h. man behandelt die Grunderkrankung z.B. den Bluthochdruck oder die Herzmuskelentzündung, zusätzlich behandelt man symptomatisch. Eine symptomatische Therapie zielt darauf ab, die Beschwerden der Herzinsuffizienz zu behandeln.
  • Entwässernde Medikamente (Diuretika) schwemmen Wassereinlagerungen (Ödeme) in Lunge, Extremitäten oder Bauchhöhle aus und senken den Blutdruck.
  • ACE-Hemmer wirken auf das RAA-System und verhindern so eine zusätzliche Verschlechterung der Herzkraft.
  • Herzwirksame Glykoside mit dem Wirkstoff Digoxin oder Digitoxin stärken die Herzkraft, indem das Kraft steigernde Kalzium in den Herzmuskelzellen halten.
  • Beta-Blocker senken den Blutdruck, so dass das Herz nicht mehr so viel Kraft aufbringen muss, um seine Pumptätigkeit zu bewerkstelligen.
  • Reicht eines dieser Medikamente nicht aus, kann man mehrere dieser Medikamente kombinieren, um so die erwünschte Wirkung zu erreichen.

Sollten alle diese Medikamente nicht helfen, muss abgewogen werden (je nach Alter und sonstigen Erkrankungen), ob nicht eine Herztransplantation in Frage kommt.